Das Sportzentrum geht Online: http://hsa.sport.uni-augsburg.de
erschienen Juli 1999 in: Augsburg
Der Hochschulsport in Augsburg (HSA) ist online. Nichts Neues?! Stimmt! Aber seit diesem Sommersemester kann man sich auch online zu den Kursen des HSA anmelden, was es bisher nur an sehr wenigen Universitäten in Deutschland gibt (mir ist sogar nur eine bekannt). Zweifellos ist solch eine Umstellung mit einigen Anfangswehen verbunden, die leider nicht immer auf das erhoffte Verständnis stoßen. Doch das kann uns aber nicht von dem Ziel abbringen, denn diese Art der Anmeldung wird, wenn sie optimal funktioniert, eine enorme Erleichterung für die Teilnehmer am HSA und auch für die Verantwortlichen beim HSA bringen.
Auf sehr schnellem Weg kann sich die Benutzerin bzw. der Benutzer für Kurse anmelden. Voraussetzung ist lediglich eine gültige E-Mail-Adresse und Zugang ins Internet, wie es z.B. von allen CIP-Terminals der Universität möglich ist. Die Anmeldung beginnt zwei Wochen vor Semesterbeginn und ist über das Internet von überall auf der Welt möglich - niemand muß zur Anmeldung extra ans Sportzentrum fahren. Ziel war die Bereitstellung eines Verfahrens, über das sich der Internet-Benutzer nicht nur die angebotenen Kurse ansehen, sondern sich auch jederzeit direkt dafür verbindlich anmelden kann. Die dafür erforderlichen Daten werden elektronisch übermittelt und nach korrekter Anmeldung automatisch in die Teilnehmerdatenbank eingetragen. Bei der Anmeldung vor Ort werden die Teilnehmer ebenfalls online in die gleiche Datenbank eingegeben, so daß immer der aktuelle Teilnehmerstand ablesbar ist.
Das Anklicken des Menüpunktes "Kursangebote" führt zur Auswahl und Anzeige der alphabetisch aufgelisteten Kurse. Dort wird der gewünschte Kurs einfach angeklickt.
Dies ist der Moment, an dem das reine Abrufen von WWW-Seiten verlassen wird: das Anklicken des Kurses übergibt einen Parameter (Kursnummer) an das Anmeldeskript, das daraufhin alle weiteren Schritte ausführt.
Jede einzelne Unterroutine ist in dem Diagramm als Raute gekennzeichnet. Dabei handelt es sich meist um Ja-/Nein-Abfragen, worauf sich das Programm je nach Wahrheitswert weiter nach unten (Entscheidung "wahr") oder nach rechts (Entscheidung "falsch") verzweigt.
Erfolgt die Anmeldung im erlaubten Zeitraum (Vergleich Server-Systemzeit mit entsprechendem Eintrag in Kursdatenbank) und sind noch Plätze vorhanden, bewirkt das Programm die Ausgabe des Anmeldeformulars und fügt darin automatisch die Kursdaten wie z.B. Ort, Zeit und Gebühr ein.
Die Ausführung von Aktionen des Servers ist im Diagramm durch ein abgerundetes Rechteck verdeutlicht. Für den Anmeldenden ist dieser Vorgang vollkommen unsichtbar, er erhält nur eine Seite mit den gewählten Informationen und Feldern für die nötigen Angaben auf dem Bildschirm.
Nach Ausfüllen und Absenden des Formulars werden die angegebenen Daten gefiltert und untersucht. Um eine bestehende Sicherheitslücke bei UNIX-basierenden Serversystemen zu umgehen, werden zuerst alle kritischen Sonderzeichen "@" und die sog. Pipe "|" eliminiert (sonst könnte durch geschickte Hacker-Kenntnisse eine anonyme Verbindung zum Server hergestellt werden, ohne daß man entsprechende Rechte besitzt) und es wird geprüft, ob Felder leer sind (ist dies der Fall, gelangt der Interessent nach einer entsprechenden Fehlermeldung wieder zum Anmeldeformular).
Die nächste Abfrage verhindert die mehrfache Anmeldung einer Person: anhand der eindeutig zugeordneten E-Mail-Adresse wird im gewählten Kurs gesucht, ob die Anmeldung bereits erfolgt ist. Verlaufen diese Abfragen erfolgreich, werden die angegebenen Daten in die Datenbank eingetragen, der Teilnehmer erhält nun den Status "reserviert", die Anzahl der freien Plätze wird um einen verringert.
Es ist durchaus denkbar, daß durch wiederholtes Anmelden fiktiver Personen die Kurse binnen kürzester Zeit gefüllt werden (in Hackerkreisen unter dem Begriff "spamming" bekannt) und dadurch die sachgemäße Anmeldung blockiert würde. Zudem sollte ein Mißbrauch durch die Anmeldung anderer (fiktiver) Personen unterbunden werden.
Dies geschieht durch folgenden Mechanismus: Mit dem Eintrag der Kursdaten in die Datenbank wird aus der E-Mail-Adresse des Teilnehmers ein relativ einfacher Registrierungs-Schlüssel generiert. Dieser wird zusammen mit weiteren Informationen zur Anmeldung und der Bitte um Bestätigung per E-Mail an die angegebene Adresse geschickt.
Der Empfänger muß zur Bestätigung eine Seite aufrufen, die bei modernen E-Mail-Programmen durch Doppelklick auf die markierte Zeile in der E-Mail-Bestätigung angewählt werden kann.
Paßt der eingegebene Code (durch die Rückbestätigung), wird der Teilnehmer als endgültig authentifiziert eingetragen, der Teilnehmer erhält eine Bestätigung auf dem Bildschirm.
Als letzten Schritt veranlaßt der Server schließlich bei der ersten Operation des Tages, die Erstellung einer Sicherungskopie der gesamten Datenbank in ein spezielles "unsichtbares" Verzeichnis. Sollten durch einen "Super-GAU" wirklich einmal die Daten im Arbeitsverzeichnis verloren gehen, kann durch Rück-Kopieren der Datenbestand wiederhergestellt werden. Der tatsächliche Datenverlust wird dadurch auf lediglich (?!) einen Arbeitstag begrenzt.
Alle verwendeten Skripten wurden zudem von Experten des Rechenzentrums auf Sicherheitslücken überprüft; da für das Hosting der Seiten der Zentralrechner der Universität eingesetzt wird, hätte ein mögliches "Schlupfloch" sicherlich fatale Folgen.
Zusätzlich zur normalen Anmeldung wurde eine Warteliste eingerichtet. Die Bereitstellung einer Warteliste entstand aus der Erfahrung, daß sich gerade in den "begehrten" Kursen manche Teilnehmer anmelden, um ihren Platz sicher zu haben, diesen aber dann später doch nicht antreten. Da diese Kurse aber meist schnell ausgebucht sind, werden dann keine anderen Anmeldungen mehr entgegen genommen.
So kommt es vor, daß nach Beginn des Kurses Plätze wieder frei werden, die nicht mehr aufgefüllt werden können, da die Namen der späteren Interessenten nicht aufgenommen wurden. Diesem Umstand wird mit Hilfe einer Warteliste abgeholfen: die Interessenten tragen sich ein und rutschen gemäß ihrer Anmeldereihenfolge auf die eventuell frei werdenden Plätze nach.
In der Online-Anmeldung tritt dies ein, wenn die entsprechende Prüfung "Kurs noch frei?" verneint wird. Der Teilnehmer wird gefragt, ob er einen Eintrag in die Warteliste wünscht. Das weitere Verfahren ist gleich dem der "richtigen" Anmeldung, nur eben in die Warteliste. Das automatische Nachrücken erfolgt ebenso automatisch wie die Benachrichtigung des entsprechenden Teilnehmers.
Neben der Online-Anmeldung besteht parallel dazu die Möglichkeit zur Anmeldung an Terminals im Sportzentrum für Teilnehmer ohne E-Mail-Adresse (leider erhält der Student in Augsburg noch nicht automatisch eine Adresse bei der Immatrikulation).
Zusätzliche Leistungsmerkmale wären beispielsweise eine noch benutzerfreundlichere Software (vollkommen menügesteuert, alle Vorgänge in wenigen klaren Arbeitsschritten), die Integration von Befragungen zur schnellen Evaluation von Interessen und Wünschen (potentieller) Teilnehmer. Für den besseren Überblick über Einnahmen, für Ökonomie-Kontrollen der einzelnen Kurse (durch Gegenüberstellung von Einnahmen-Ausgaben etc.) lassen sich die vorhanden Daten (einschließlich einer kompletten Buchhaltung) problemlos weiterverarbeiten.
Oberstes Ziel ist dabei natürlich die Umstellung auf eine relationale Datenbank, die wir bisher bereits für die Teilnehmerverwaltung (einschließlich der Abbuchung der Kursgebühren) hatten und die wir nun natürlich auch in die Anmeldung über Internet implementieren wollen. Sie würde vieles vereinfachen und die Beseitigung einiger der geäußerten Verbesserungsvorschläge an dem Anmeldeverfahren erst ermöglichen.
Abschließend sei noch bemerkt, daß wir nach leichten Anlaufschwierigkeiten in Herrn Zahn vom Rechenzentrum einen kompetenten und hilfsbereiten Ansprechpartner gefunden hatten, der sehr unbürokratisch die Hardwarevoraussetzungen schuf (entsprechender Platz auf dem UNIX-Server, ...). Unterstützt wurde er dabei von einigen seiner Kolleginnen und Kollegen (die zum Beispiel die notwendigen E-Mail-Adressen für Anfragen etc. einrichteten). An dieser Stelle noch einmal besten Dank!