Ergänzende Informationen für Ihre persönliche Datumsumstellung
erschienen Juli 1999 in: Augsburg
Herr Prof. Töpfer hat Ihnen in der letzten connect-Ausgabe in seinem Artikel "Das Y2K-Gespenst" einen Einblick in die Hintergründe des Problems gegeben, wir wollen diesmal über konkrete Maßnahmen berichten, mit denen Sie die Auswirkungen eines möglicherweise falsch gesetzten Datums für Ihren PC selbst abschätzen können. Lesen Sie dazu bitte den Artikel von Herrn Matthias Huber. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle noch einige ergänzende Informationen geben.
Eine sehr gute Informationsquelle und Grundlage für eigene Untersuchungen stellt die Schrift "Das Jahr-2000-Problem (J2K) in der Bürokommunikation" des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik dar. Diese Schrift, einige darin genannte Programme und weitere Informationen zu Betriebssystemen und Standard-Applikationen werden für die DV-Betreuer auf einer geschützten WWW-Seite des Rechenzentrums bereitgestellt.
Das Jahr-2000-Problem ist ja kein Einzelproblem, sondern es besteht aus einer Kombination verschiedener Probleme. Als Hauptursache wird oft die Hardware genannt und hier speziell der Baustein, der für das Fortschreiben der Zeit (RTC Real Time Clock) verantwortlich ist. Unsere Testergebnisse an PCs, die mehr als 10 Jahre alt sind (Prozessor Intel 386) zeigen aber, daß dieses Problem in der Regel nach Korrektur der Zeiteinstellung im neuen Jahr behoben ist. Ein weiteres Problem entsteht aus der Tatsache, daß einige Algorithmen der Datumsberechnung das Jahr 2000 nicht als Schaltjahr erkennen. Nach DIN gilt für den Gregorianischen Kalender folgende Regel: Ein Schaltjahr ist ein Jahr dessen Jahreszahl durch 4 ohne Rest geteilt werden kann. Ein Jahrhundert-Jahr ist aber nur dann Schaltjahr, wenn die Jahreszahl durch 400 ohne Rest geteilt werden kann. Bei fehlerhafter Berechnung des Schaltjahres verschiebt sich ab dem 29. Februar 2000 die Zuordnung von Wochentag zu Datum. Unsere alten Test-PCs waren auch von diesem Problem nicht betroffen. Wenn Sie bereit sind eine halbe Stunde Ihrer Arbeitszeit zu opfern, so zeigt Ihnen der Artikel von Herrn Huber, wie Sie mit einem kostenlosen Testprogramm Ihre PC-Hardware auf die Jahr-2000-Kompatibilität hin überprüfen können.
Ein nächstes Problem besteht in der Jahr-2000-Kompatibilität der Betriebssysteme. Sie stellen die Programmroutinen für den Zugriff auf die Datumsfunktionen des Rechners bereit und sind so eine wichtige Quelle von Inkompatibilitäten. Alle namhaften Hersteller geben im Internet Auskunft über ihre Produkte und über Möglichkeiten der Behebung der Probleme. Umfassende Testprogramme sind nicht verfügbar, so daß nur ein Check anhand von Literatur möglich ist. Für die Microsoft-Betriebssysteme gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen in Zeitschriften, die auf Probleme und Umgehungsmöglichkeiten hinweisen. Nach einem Artikel in der PC Professionell 4/99 gibt es ab DOS 5.0 nur noch kleinere Mängel, Probleme unter Windows 3.1 und Windows for Workgroups 3.11 im Filemanager können behoben werden und auch Windows95, Windows98 und Windows NT brauchen Updates. Eine ähnliche Situation gibt es auch für Standardapplikationen, wie beispielsweise für Word, WordPerfect, Excel, Access, Powerpoint, etc. Die entsprechenden Informationen werden auf der oben genannten Web-Seite für die DV-Betreuer bereitgestellt.
Schließlich bleibt noch das Problem der eigenentwickelten Programme und der selbst erfaßten datumsbezogenen Daten, die auf dem PC, auf Servern und Sicherungsmedien liegen. Hierfür gibt es keine allgemeingültigen Ratschläge - außer dem Hinweis zur Überprüfung in Ihrem eigenen Interesse.
Ab Anfang August werden wir im Rechenzentrum zwei PCs bereitstellen, auf denen Sie - nach Koordination durch Ihren DV-Betreuer - auch Ihre eigenen Programme und Daten auf ihre Y2K-Robustheit hin überprüfen können. Einer der beiden PCs wird eine nicht kompatible Hardware haben und beide werden mit einem Datum nach dem 29. Februar 2000 laufen, um auch die Verschiebung der Wochentage simulieren zu können. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir direkte Kontakte mit dem Endbenutzern ohne die Koordination durch die zuständigen DV-Betreuer nicht aufnehmen können.