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Portfilterung an der Universität Augsburg


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Dr. Michael Westerburg

Die Zunahme automatisierter Verfahren für Angriffe gegen Computersysteme fordert ein entschiedenes Vorgehen der für die Sicherheit gespeicherter Daten und genutzer Übertragungswege verantwortlichen Stellen.

Eine dieser Maßnahmen bildet die Portfilterung, die von den DV-Betreuern der Fakultäten und zentralen Einrichtungen am 25.6 2003 beschlossen und vom Rechenzentrum am 19.11 2003 umgesetzt wurde.

Die Filterung des Datenverkehrs erfolgt über zwei Zugriffslisten am Grenzrouter des Datennetzes der Universität Augsburg zum X-WiN und basiert auf den Filtermöglichkeiten der Netzkomponente (Cisco Router).

Die erste Zugriffsliste, die den eingehenden Datenverkehr kontrolliert, besteht aus drei Blöcken und wird von einer default-deny Regel abgeschlossen. Jede gewünschte Verbindung muß explizit zugelassen werden (Whitelist).

Der erste Block gewährleistet den ungehinderten Datenverkehr der Verbindungen, die aus dem universitären Datennetz heraus initiiert werden.
Zum zweiten Block gehören die Internetdienste, die ohne Einschränkung auf allen Rechnern genutzt werden können. Gegenwärtig handelt es sich um den Remote Desktop von Windows XP Professional. Weiterhin sind VPN Verbindungen nach außen freigegeben, d.h. die TCP/IP Protokolle Internet Key Exchange (IKE), Generic Route Encapsulation (GRE), Encapsulating Security Protocol (ESP) und Authentication Header (AH) unterliegen keiner Einschränkung.
Schließlich benennen die DV-Betreuer aus ihrem Zuständigkeitsbereich die Server und deren Dienste, auf die von außerhalb, also aus dem Internet heraus, zugegriffen werden soll.

Die zweite Zugriffsliste für den ausgehenden Datenverkehr besteht aus nur einem Block. In ihm werden die zu unterbindenden Internetdienste aufgeführt. Die Liste wird von einer default-permit Regel abgeschlossen, d.h. nicht ausdrücklich genannte Dienste sind zugelassen (Blacklist).

Welche Dienste dies sind, bestimmt das Rechenzentrum in Absprache mit den DV-Betreuern. Der aktuelle Block ist der unten stehenden Tabelle zu entnehmen.

Dienst Protokoll Port(s) Bemerkung
echo UDP 7
systat TCP 11 informiert über lokale Prozesse
netstat TCP 15 liefert Netzverbindungen, Routing Tabellen, Interface Statistiken u.ä.
SMTP TCP 25 Simple Mail Transfer Protocol
DHCP, bootpd UDP 67, 68 Dynamic Host Configuration Protocol
tftpd UDP 69 Trivial File Transfer Protocol
link TCP 87 wird häufig zu Angriffen verwendet
Sun RPC TCP/UDP 111 Remote Procedure Call
NetBIOS, SMB TCP/UDP 135, 137-139, 445 File-Sharing für Windows Netzwerke
SNMP UDP 161, 162 Simple Network Management Protocol
Remote Shell TCP 512-514 BSD Unix "r"-Kommandos
syslogd UDP 514
lpd TCP 515 Druckerprotokoll für verteiltes Drucken
uucpd TCP 540
ipp TCP 631
SQL Server TCP/UDP 1433, 1434 W32/SQLSlammer Wurm
openwindows TCP/UDP 2000
NFS TCP/UDP 2049 Network File System
X Window TCP/UDP 6000

Die Portfilterung unterbindet unter anderem Windows Netzwerkverbindungen mit einem Universitätsrechner, z.B. vom Heim-PC oder z.B. auf einer Tagung, direkt vorzunehmen. Die hierzu eingesetzten Microsoft File-Sharing Protokolle waren in der Vergangenheit häufig das Ziel verschiedener Attacken. Der Hersteller hat in diesen Fällen das Sperren der verwendeten Ports am Eingangsrouter empfohlen.

Jeder Angehörige der Universität, der über eine RZ-Benutzerkennung verfügt, kann sich am VPN-Gateway des Rechenzentrums in das universitäre Datennetz einwählen. Er erhält eine Adresse aus dem IP-Kreis der Universität, mit der ihm sämtliche Dienstleistung, die im Universitätsnetz gehostet werden, zur Verfügung stehen.

Hierunter fällt ausdrücklich nicht der Zugriff auf elektronische Zeitschriften über den Zugang der Universitätsbibliothek. Um dieses Angebot wahrnehmen zu können, müssen sie den Web-Proxy der Universität wwwproxy.Uni-Augsburg.DE (IP-Adresse 137.250.121.1) in ihre Browsereinstellungen aufnehmen.

Der Typ 3 des Internet Control Message Protocol (ICMP) wird in beide Richtungen zugelassen. Die Kommandos ping und traceroute (unter Windows tracert) funktionieren unidirektional. Sie können lediglich für die Erreichbarkeit von Rechnern außerhalb des Universitätsnetzes eingesetzt werden.

Im Mitteilungsblatt des Rechenzentrums finden sich weitergehende Informationen zur Paketfilterung im allgemeinen und zur Realisierung des vorgestellten Konzepts an der Universität Augsburg im besonderen (connect 1/2004).