Namensdienst WINS in Windows-Netzwerken
erschienen Mai 2002 in: Augsburg
Sicher ist es Ihnen auch schon passiert! Sie wollen eine Verbindung zu einem Server des Rechenzentrums (z.B. \\WNTDS-RZ\Software) oder zu einem zentralen Server Ihrer Fakultät oder Ihres Institutes aufbauen und es erscheint die Meldung "Netzwerkpfad nicht gefunden!" - was war die Ursache? Der häufigste Fall ist, dass dem gewünschten Rechner keine gültige (IP-) Adresse zugeordnet werden konnte, da ein WINS-Eintrag bei der Netzwerkinstallation auf Ihrem PC fehlt.
Microsoft WINS (Windows Internet Name Service) ist ein Dienst ähnlich dem DNS (Domain Name Service). Er erlaubt es, Computer im Netzwerk mit einem Namen - dem NetBIOS-Computernamen - anzusprechen, d. h. er hat die Aufgabe, Hostnamen mit IP-Adressen zu verbinden.
WINS-Server und Windows-Clients mit einem WINS-Eintrag sind eine sichere Lösung, solche Probleme zu beseitigen und die Pflege von statischen Zuordnungsdateien (wie die Datei LMHOSTS) entfällt. Der Vorteil von WINS ist es zudem, dass die Netzlast vermindert wird, da weniger Abfragen im Netz zur Auswertung der NetBIOS-Namen durchgeführt werden müssen. Damit kann und sollte auch auf das Microsoft Netzwerkprotokoll NetBEUI verzichtet werden, da dieses generell die Namensauflösung über IP-Broadcasts durchführt und die Antwortzeiten im Netz extrem erhöht.
Für den Einsatz von WINS ist die Installation des WINS-Services auf einem Server erforderlich. In der WINS-Datenbank können dynamische und statische Namenzuordnungen verwaltet werden. Die dynamischen Zuordnungen basieren auf einer automatischen Erfassung der WINS-Clients. Sobald die TCP/IP-Konfiguration auf einen WINS-Client erfolgte, sendet dieser eine entsprechende Mitteilung an seinen WINS-Server und wird dort in der Datenbank hinzugefügt. Startet ein WINS-Client, registriert er automatisch seinen NetBIOS-Namen und seine IP- Adresse an dem in seiner Netzwerkkonfiguration eingetragenen Server - die WINS-Datenbank wird dadurch immer automatisch aktualisiert. Zusätzlich aktualisiert der WINS-Server seine Datenbank in regelmäßigen Abständen und repliziert diese Daten zu anderen WINS-Servern, sofern dies bei der Serverkonfiguration festgelegt wurde.
Zum WINS-Client wird ein Rechner durch die Angabe der IP-Adresse des zuständigen WINS-Servers bei der Konfiguration von TCP/IP. Der Client registriert sich automatisch beim angegebenen WINS-Server.
Ein Konfigurationsbeispiel für einen WINS-Client sehen Sie in Abbildung 1.
Abbildung 1: Konfiguration des WINS-Client
Diese Einstellungen machen sie im Dialogfenster Netzwerkeigenschaften, Abschnitt Protokolle, TCP/IP, Register WINS.
Unter der Eingabeaufforderung MS/DOS können Sie sich mit dem Befehl IPCONFIG /ALL die TCP/IP-Konfigurationsdaten ihrer Rechners anzeigen lassen.
Das Rechenzentrum betreibt einen zentralen WINS-Server. Einzelne Fakultäten nutzen auch WINS und haben bereits in ihrem Netzwerksegment einen eigenen WINS-Server installiert.
Aus Gründen der Ausfallsicherheit und einer besseren Lastverteilung im Netz ist es durchaus sinnvoll, in den einzelnen Instituten und Fakultäten einen oder mehrere eigene WINS-Server zu betreiben. Wenn eine Workstation keinen primären WINS-Server erreicht, kann diese den eingetragenen sekundären Server nutzen.
Ein WINS-Server kann nur auf einem Windows-NT- oder Windows 2000 Server eingerichtet werden. Dies kann bereits während der Installation des Servers bei der Einrichtung der TCP/IP-Netzwerkkonfiguration erfolgen. Aber auch nachträglich ist die Konfiguration kein Problem: im Dialogfenster Netzwerk - Register "Dienste" können Sie die entsprechenden Einträge vornehmen (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: Dialogfenster Netzwerk
Mit der Installation des WINS-Dienstes wird der WINS-Manager in der Programmgruppe Verwaltung (Allgemein) im Startmenü hinzugefügt. Im Kontextmenü Server im WINS-Manager werden die zu administrierenden Server und die Replikationspartner eingetragen.
Erhält der WINS-Server eine Anforderung zur Namensauflösung, durchsucht er die WINS-Datenbank, ob der Rechnername eindeutig ist und nicht bereits in der Datenbank registriert ist.
Der WINS-Server antwortet entweder mit einer positiven oder negativen Namensregistrierungs-Antwort. In Abhängigkeit davon wird der Name und die IP-Adresse des Clients mit einem TTL-(Time to live-) Wert in der Datenbank des Servers eingetragen und die Namensauflösung erfolgt. Der Client muss diese Namensregistrierung vor Ablauf dieser Zeit erneuern, was automatisch beim Start Ihres PC's erfolgt. Andernfalls wird die Namensabfrage erfüllt und der TTL-Wert wird neu gesetzt.
Replikationen ermöglichen einem WINS-Server NetBIOSnamen von Hosts, die bei einem anderen WINS-Server registriert sind, aufzulösen. Um WINS-Datenbankeinträge zu replizieren, muss jeder WINS-Server entweder als PULL- oder als PUSH-Partner mit mindestens einem weiteren WINS-Server konfiguriert sein.
WINS-Server sollen grundsätzlich nur mit dem Fakultäts-eigenen Server replizieren, da dieser bereits als PUSH- und PULL-Partner mit dem WINS-Server des Rechenzentrums kommuniziert. Das derzeitige Replikationsschema soll Abbildung 3 verdeutlichen.
Abbildung 3: Replikationsschema der WINS-Server an der Uni Augsburg
Mittelfristiges Ziel des Rechenzentrums ist es, in den einzelnen Subnetzen einen Sicherungs-Server der Domäne RZ-ACCOUNT zu installieren und auf diesem Rechner zentral den WINS-Serverdienst zu administrieren und die WINS-Datenbank dadurch konsistent zu halten.
Der WINS-Server des Rechenzentrums mit der IP-Adressse 137.250.116.20 wurde durch einen zentralen WINS-Server mit der IP-Adresse 137.250.1.20 ersetzt.
DV-Betreuer und Benutzer werden deshalb gebeten, ab sofort bei der Installation von PC's, bereits die neue IP-Adresse 137.250.1.20 einzutragen.
Der Server mit der IP-Adresse 137.250.116.20 steht nur noch während einer Übergangszeit bis zum 30.10.2002 zur Verfügung.