Suche

Mail-Verkehr, Computerviren und Spam: Antworten


  1. Spam

    1. Was ist denn eigentlich Spam?

      Das Wort Spam bezeichnet ursprünglich eine bestimmte Marke Dosenfleisch. Die Pointe aus einem Sketch der englischen Komiker Monthy Python basierte auf der ständigen Nennung des Wortes Spam. Wahrscheinlich über diesen Umweg fand der Begriff Eingang in Newsgroups, die schon früh von sachfremden Beiträgen geplagt wurden und damit ein Schlagwort für diese Art unerwünschter Meldungen hatten.
      Diese Terminologie findet mittlerweile auch im Mail-Betrieb Verwendung, wenn offiziell von unerwünschten Werbemails (engl. Unsolicited Bulk or Commercial E-Mails) die Rede ist.

    2. Was kann man gegen Spam tun?

      Spam auszusortieren, bedeutet zu entscheiden, wann eine E-Mail unerwünscht ist. Diese Trennung hängt natürlich vom Empfänger ab; es gibt aber Kennzeichen, wann es sich bei einer E-Mail um eine unangeforderte Werbung handelt. Die meisten Verfahren versuchen anhand inhaltlicher Eigenheiten Spam von normaler privater oder Geschäftspost zu trennen.
      Einen anderen Weg geht die Universität Augsburg. Sie bot ab dem 18. Januar 2005 interessierten Fakultäten und zentralen Einrichtungen der Universität eine Spam-Filterung an, die auf der verzögerten Annahme einer E-Mail, dem sog. Greylisting beruht. Das Verfahren wird an anderen Universitäten seit längerem erfolgreich eingesetzt.
      Die ab Sommer 2006 aufkommende Spamflut erzwang ergänzende Antispammaßnahmen. Eine vielversprechende Technik basiert auf sogenannten Blacklists. Das sind Listen von Mailservern, von denen in der Vergangenheit Spams ausgingen. Die Annahme einer E-Mail von solchen potentiell verdächtigen Systemen wird verweigert. Allerdings setzt dies das Einverständnis des Empfängers voraus, so daß das Rechenzentrum eine Individualisierung der Spamfilterung einführen musste. Diese wurde auf das Greylisting ausgedehnt. Greylisting erfolgt seit dem 26. Oktober 2006 nicht mehr pro Mail-Domäne, d.h. pro Fakultät oder zentraler Einrichtung, sondern individuell pro Mailadresse.

    3. Wie funktioniert das Greylisting?

      Jede Erstzustellung einer E-Mail an eine Mail-Adresse der Universität Augsburg wird verzögert. Hierzu wird dem Absender eine temporäre Fehlermeldung geschickt, die ihn veranlaßt, die Auslieferung der E-Mail zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen. Dieses Verhalten wird natürlich von den Mail-Servern gesteuert und geht damit für den Absender und Empfänger völlig unbemerkt vonstatten.
      Das Mail-Gateway merkt sich die Kombination aus Absender- und Empfängeradresse. Ist die Kombination bekannt, wird die E-Mail unverzüglich akzeptiert. Genau das ist der Fall, wenn der Absender die Auslieferung ein zweites Mal versucht. Hierdurch unterscheiden sich ordentliche Mail-Server von Spam-Verteilern.

    4. Wird jede E-Mail verzögert zugestellt?

      Nein, ist ein Paar aus Absender- und Empfängeradresse einmal bekannt, passiert jede weitere E-Mail zwischen den beiden das Mail-Gateway unmittelbar. Selbstverständlich betrifft die Filterung nur den eingehenden Mail-Verkehr, auf die ausgehenden E-Mails und den universitätsinternen Mail-Verkehr greift das Greylisting nicht zu.