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Anschluss gesucht

Dieter Machui, Rechenzentrum

Anschluss der WiWi und der Bibliothek über ein Hochgeschwindigkeitsnetz an das Rechenzentrum

erschienen Dezember 2002 in: Augsburg
Verlag: Selbstverlag
ISSN 1435-1684


Ein weiterer Zwischenschritt in der Datennetzsanierung steht vor der Fertigstellung. Entsprechend den Konzepten in der Eichleitnerstrasse und im NW1/RZ-Gebäude wird gegenwärtig eine sogenannte "strukturierte Verkabelung" im Gebäude der Wirtschaftswissenschaft sowie der Zentralbibliothek und der Teilbibliothek WiWi durchgeführt.

Die gravierendsten Änderungen in der Verkabelung werden im WIWI-Gebäude durchgeführt. Bei der bestehenden 10Mbps-Ethernet-Verkabelung mit Koax-Kabel werden alle Kabel eines Gebäudeflügels in einem Unterverteilerraum zusammengeführt. Die Koax-Kabel werden in den Unterverteilerräumen auf aktive Netzkomponenten (sog. Hubs) geführt. Die Hubs haben die Aufgabe die Signale aus den Koax-Kabeln zu verstärken und via Lichtwellenleiter (LWL) auf einen Switch im zentralen Verteilerraum zu leiten. Der Nachteil dieser Verkabelung ist, dass alle Endgeräte (PC's, Drucker, usw.) auf einem Koax-Kabel sich die Bandbreite von 10Mbps teilen. Durch den Hub wird die Teilnehmerzahl im Segment noch erhöht. Er verstärkt zwar das Signal nimmt aber keine Segmentierung vor, so dass mit jedem angeschlossenen Koax-Kabel weitere Datenendgeräte auf die 10Mbps Bandbreite zugreifen. Eine Segmentierung findet erst durch den zentralen Switch statt. Gemäß diesem Konzept sind im WIWI-Gebäude gegenwärtig 4 Räume mit Hubs ausgestattet ausgestattet. Das gesamte Gebäude wird also mit lediglich 40 Mbps versorgt. Die Weiterleitung der Daten von der WIWI an die zentralen Server des Rechenzentrums bzw. ins Internet erfolgt via ATM.

Verkabelungsschema

Strukturierte Verkabelung

Die neue strukturierte Verkabelung in der WIWI sieht hingegen vor, dass jedes Zimmer direkt an den zentralen Verteilerraum der WIWI angeschlossen wird. Die Unterverteiler in den Gebäudeflügeln werden nicht mehr für aktive Netzkomponenten benötigt. Jedes Büro wird mit einem 4 faserigen Lichtwellenleiterkabel angefahren. Im zentralen Verteilerraum wird dann nur noch ein großes modulares Switchingsystem installiert. Auf diesen Switch wird jedes Büro mit 100 Mbps (Fast Ethernet) angeschlossen. Damit die PC's und Drucker in den einzelnen Räumen nicht mit 100 Mbps-LWL-Karten ausgestattet werden müssen versorgen wir jeden Raum mit einem unmanaged 4 Port-Switch. Dieser Switch bietet 4 x 10/100 Mbps Kupfer - Ports an, ein 100 Mbps-LWL-Port wird zum Anschluß an das zentrale Switchingsystem genutzt. Das Verkabelungsschema ist in der Abbildung dargestellt. Die Verkabelung in der Zentralbibliothek und der Teilbibliothek WISO erfolgt analog.

Parallel zur Kabelinstallation findet die Evaluierung der aktiven Netzkomponenten für die beschriebenen Gebäude statt. Aus der Vielzahl von Anbietern haben sich für die Universität zwei Hersteller als geeignet heraus kristallisiert. Das Konzept sieht vor, daß jeder neu verkabelte Gebäudekomplex mit zwei Gigabit-Ethernet-Verbindungen auf einen zentralen Gigabit-Switch im Rechenzentrum angeschlossen wird. Bei Ausfall einer der beiden Gigabit-Links läuft der Datenverkehr über die verbleibende Verbindung weiter. Die beiden Gigabit-Links werden als sog. Trunk aufgebaut, jeder Link innerhalb des Trunks wird auf unterschiedliche Module gelegt. Der Switch behandelt alle, innerhalb eines Trunks zusammengebunden Links, als eine logische Verbindung. Zwischen den Links wird die Netzlast verteilt, so dass höhere Geschwindigkeiten gefahren werden können.

Bei dem neuen Gigabit-Switch handelt es sich um ein modular aufgebautes Switchingsystem. Dies hat den Vorteil das der Switch, durch Einsatz von sog. Linecards, bis zu seinem Maximalausbau bedarfsgerecht ausgebaut werden kann. Die Chassisgröße wurde immer so gewählt das, nach heutigem Bedarf, mindestens 2 Reserveeinschübe für Erweiterungen zur Verfügung stehen. Dies entspricht weiteren 48 Ports mit jeweils 100Mbps Bandbreite. Der zentrale Gigabit-Switch wird durch zwei Managementmodule und drei Powersupplies ausfallsicher ausgelegt. Die Anbindung des neuen Gigabit-Ethernet-Netzwerkes an das bestehende ATM-Netzwerk erfolgt ebenfalls über einen Trunk (4 x 100MBPS-Verbindungen) auf den bestehenden ATM-Switch im Rechenzentrum.

Ausblick

Wir hoffen, dass wir das neue Netz bis Ende dieses Jahres installiert haben, so dass in der nächsten Connect ein erster Erfahrungsbericht über die neuen Netzkomponenten erfolgen kann.


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