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Editorial

Dr. Leopold Eichner, Rechenzentrum

Liebe connect-Leserinnen, liebe connect-Leser,

erschienen Dezember 2002 in: Augsburg
Verlag: Selbstverlag
ISSN 1435-1684


wieder ist ein Jahr für das Rechenzentrum viel zu schnell vergangen. Viele wichtige Vorhaben konnten umgesetzt werden und eine Reihe anderer Vorhaben sind auf den Weg gebracht. Und wenn wir auf unsere interne Liste mit wichtigen Projekten blicken, dann sollte sie ja eigentlich im Umfang abgenommen haben – aber das Gegenteil ist der Fall! Arbeiten wir also zu langsam oder wächst der Bedarf an zentraler Dienstleistung so stark? Schauen wir doch einmal an, was sich im zurückliegenden Jahr alles getan hat.

Erster großer Schwerpunkt – das Datennetz. Hier gab es große und kleine Sanierungsmaßnahmen, einige „Sondereinsätze“ und Planungen: Gebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der Zentralbibliothek, Informatik und Studentenwerk Eichleitnerstraße, ehemaliger Kindergarten im Mensagebäude, Poolraum in der Teilbibliothek Geisteswissenschaften, Kernkompetenzzentrum für IT & Finanzdienstleistungen, Unterstützung von Tagungen, Sportzentrum, Musikwissenschaften Schillstraße, usw. Gelohnt hat sich die Ausarbeitung eines Konzepts für die Versorgung einiger Bereiche mit einer Funknetz-Infrastruktur (Wireless LAN), denn für die Umsetzung hat das Ministerium nun am Jahresende Sondermittel bereitgestellt. Neues gibt es auch von unserem Anschluß an das Wissenschaftsnetz (G-WiN) zu berichten: die Kapazität unseres Zugangs zum G-WiN wird im Dezember von 34 MBit/s auf 155 MBit/s erhöht und ein gemeinsamer, gleichzeitig leistungsfähiger und kostensparender Clusteranschluß mit der Fachhochschule Augsburg wird eingerichtet. Für den Zugang über das normale Telefonnetz gibt es nun zusätzlich zum schon länger bestehenden Dienst „Uni@Home“ auch Verträge zu „DFN@Home“ und „DFN@Home DSL“.

Aufbauend auf der Datennetz-Infrastruktur bietet unser Rechenzentrum eine weitere wichtige, aber keinesfalls selbstverständliche, Dienstleistung. „Ein Schlüssel für alles“ ist, etwas verkürzt ausgedrückt, das Konzept, mit dem das Rechenzentrum den Zugang zu nahezu allen Basisdiensten ermöglicht. Ob Mailkennung, Einwählservice, Rechner-Logins und File- und Backupservice – jeder Dienst wird für den Nutzer über seine persönliche RZ-Benutzerkennung erschlossen. Die Zahl der eingetragenen Benutzer für diese Services ist im Jahr 2002 auf rund 15.000 gestiegen – ein überzeugender Beweis für die Akzeptanz und die Wichtigkeit dieser zentralen Dienstleistung. Ein Grundstein für eine effiziente Fortentwicklung der IT-Infrastruktur an der Universität Augsburg ist damit gelegt.

Verstärkt bemüht sich das Rechenzentrum auch um einen – im Vergleich zu anderen Universitäten wettbewerbsfähigen – Service für Studenten. Selbstverständlich sind E-Mail-Adresse und Plattenplatz, zentraler Backupservice, Internetzugang und Einwählservice. Mit einem Angebot von 86 PC-Arbeitsplätzen für Studierende ist das Rechenzentrum inzwischen der zweitgrößte Betreiber von CIP-Pools in der Universität. Die Mühe lohnt sich, denn selbst in der vorlesungsfreien Zeit ist eine hohe Auslastung der Pools zu beobachten. Ergänzt wird dieser Service für Studenten durch ein für unsere personellen Gegebenheiten großes Angebot an praktischen Kursen. Auch ein paar Schritte in Richtung Multimedia-Unterstützung mußten wir gehen, um dem schnell wachsenden Bedarf Rechnung zu tragen. Unter der Koordination des Rechenzentrums gab es unter Ausnutzung von Fördermitteln eine deutliche Verbesserung der Hörsaalausstattung. Ein zusätzlich eingerichteter Verleihdienst für Videoprojektoren und Notebooks erfreut sich ausgesprochen reger Nachfrage. Gerne wurden großformatige Grafiken in hochwertiger Qualität auf unserem Hochleistungsplotter ausgedruckt. Nicht unerheblich war der Zeitaufwand für die Unterstützung von Videokonferenzen – hier wird es aber im kommenden Jahr Abstriche in der Dienstleistung geben müssen. Hauptsächlich zur Unterstützung des Lehrbetriebs in den neuen Studiengängen Medien und Kommunikation wird vom Rechenzentrum - zunächst probeweise im Wintersemester – ein BSCW-Server (Basic Support for Cooperative Work) in Zusammenarbeit mit der Professur für Medienpädagogik betrieben.

Ist das nun viel oder wenig? Habe ich schon von Internetdiensten, Netzüberwachung und Sicherheit gesprochen, von Hochleistungsrechnen und Visualisierung? Und von den vielen „Kleinigkeiten“ wie Softwarelizenzen, Skripte, Kleingeräte, Kabel und vieles mehr?

Wissen Sie eigentlich, daß Ihr Rechenzentrum dies alles mit einer „halben Mannschaft“ bewältigt? Wissen Sie, daß die DFG Rechnerkommission schon 1990 unsere Personalaustattung als unzureichend bezeichnet hat und eine Verdopplung für notwendig hielt? Haben Sie sich eigentlich schon einmal für die Verbesserung der Personalausstattung des Rechenzentrums eingesetzt?

Ich weiß – das Hemd ist näher als die Jacke und Sie sind genügend mit ihren Problemen vor Ort beschäftigt. Aber ohne ein dickes Fell sind Sie nicht gegen die Virenstürme dieses Winters gerüstet!

Dr. Leopold Eichner


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