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Alles in bester Ordnung?

Dr. Annja Zahn, Rechenzentrum

Über die Neugestaltung des Web-Auftritts der Universität Augsburg

erschienen Dezember 2002 in: Augsburg
Verlag: Selbstverlag
ISSN 1435-1684


Die Internetpräsenz der Universität Augsburg wurde gründlich überarbeitet und auch neu gestaltet. Sie ist schöner, freundlicher und moderner geworden. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen die grundlegenden Fragen vor, die sich in diesem Zusammenhang gestellt haben - und wie diese gelöst wurden.

Bis zu 50.000 verschiedene Besucher surfen pro Monat auf die Eingangsseiten der Universität. Tendenz steigend. Informationsquelle Nummer eins über die Universität ist und bleibt das Internet. Umso wichtiger ist ein geschlossener, campusweiter Web-Auftritt. Im Arbeitskreis "Corporate Design" wurde ein einheitliches Erscheinungsbild für den Web-Auftritt konzipiert. Seit August verwandelt sich nun Schritt für Schritt bzw. Seite für Seite das Internetangebot der Universität Augsburg in ein gemeinschaftliches Ganzes.

Grundlegendes

Der Anstoss, das Web-Angebot der Universität gerade jetzt zu überarbeiten, kam aus der Gemeinsinn-Werkstatt. Die Gemeinsinn-Werkstatt fand dieses Jahr im Mai als Pilotprojekt an unserer Universität statt. Der dort geäußerte Wunsch, die Universität geschlossen im Internet zu präsentieren, kam meinem Anliegen nach einem uniweiten Web-Auftritt entgegen. Der bisherige Arbeitskreis "Webmaster" machte sich mit einer Handvoll neuer Mitglieder umgehend an die Arbeit. Besonders hervorzuheben ist, dass nicht nur alle Fakultäten sondern auch zentrale Einrichtungen sowie Studierende in diesem Arbeitskreis mitwirken. So können sich alle Interessensgruppen der Universität einbringen. Das gesteckte Arbeitsziel war es, ein "Corporate Design" zu entwickeln und dieses in Web-Richtlinien festzuschreiben.

Corporate Design umfasst weit mehr, als nur die Gestaltung von Web-Seiten. An erster Stelle stehen die Informationen, um deretwillen der Besucher eine Website aufruft. Diese sollen sowohl optisch ansprechend gestaltet aber vor allen Dingen leicht zu finden sein. Daher zählt die Informations-Struktur und der Aufbau jeder einzelnen Web-Seite zu den wesentlichen Merkmalen eines Corporate Designs. Des weiteren sind rechtliche Bestimmungen zu berücksichtigen sowie die Verantwortung für den Web-Auftritt genau zu definieren.

Die Gestaltung einer Web-Seite bzw. deren Aufbau ist noch relativ einfach zu bewerkstelligen:

  1. Die Anordnung der Informationen sollte einheitlich auf allen Web-Seiten gestaltet sein. Das heisst, dass z. B. immer an gleicher Stelle das Unisiegel, das Menü und die Informationen platziert werden.
  2. Die Farbe soll gleichzeitig als Muster dienen, das heisst, dass z. B. Überschriften immer in der Farbe des Rahmens gesetzt werden sollen.
  3. Die Auswahl einer Schrift bzw. einer Schriftenfamilie rundet das Bild ab.

Daneben müssen auch die Informationen "in Form" gebracht werden. Eine einheitliche Gliederung sowie gleiche Bezeichnungen für gleiche Inhalte sorgen dann für den nötigen Durchblick.

Neben der Gliederung und der Gestaltung des Inhalts gibt es einen weiteren wichtigen Punkt: Die Technik. Insbesondere Einrichtungen des öffentlichen Dienstes werden dazu angehalten, das Behindertengleichstellungsgesetz (http://www.behindertenbeauftragter.de/download/gleichstellungsgesetz.htm) umzusetzen. Kurz gefasst steht darin, dass Web-Seiten so gestaltet und programmiert sein sollen, dass Menschen mit Behinderungen darauf zugreifen können. Dies nennt man "barrierefreie Gestaltung" des Internets. Wenn nämlich in Bildern transportierte Informationen nicht gleichzeitig textlich vermittelt werden, bleiben Sehbehinderte ausgeschlossen. Für die Konzeption einer Website bedeutet dies, dass multimediale Inhalte den Web-Auftritt ergänzen aber nicht ersetzen sollen. Unabhängig von diesem Gesetz sollten Web-Seiten lesbar und navigierbar sein, auch ohne dass modernere Techniken eingesetzt werden. Web-Seiten müssen daher mit allen gängigen Browsern ohne Probleme zu betrachten sein.

Ergebnis

Nach etlichen mehrstündigen Treffen mit Kaffee und Keksen und kontroversen Diskussionen wurden wir uns schließlich einig.

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Auf der neuen "Aktuell"-Seite der Universität erkennt man die wesentlichen Gestaltungselemente:

  • Das Siegel der Universität in der Kopfzeile am rechten Rand
  • Der Schriftzug des jeweiligen Bereiches der Universität in der Schriftart Gill am linken oberen Rand
  • Eine Farbe zur Kennzeichnung der Organisationseinheit
  • Eine kleine Fotoleiste mit anklickbaren Fotos
  • Das Menü am linken Rand
  • Die Fußzeile mit Link zum Impressum und Aktualisierungsdatum.

Neben der Gestaltung der Web-Seiten gehört auch die Bezeichnung der Menüpunkte zum "Corporate Design". Eine vor eineinhalb Jahren durchgeführte Umfrage - wie unsere Nutzer die Web-Seiten beurteilen und wo sie Verbesserungspotenzial sehen - ergab, dass eine einheitliche Menübezeichnung gewünscht wurde. Verschiedene Bezeichnungen für gleiche Informationen verwirren die Besucher unnötig und erschweren die Informationssuche. Dieser sinnvoller Vorschlag wurde bei der Neugestaltung berücksichtigt und umgesetzt. Die gefundenen Bezeichnungen helfen Ihnen schon jetzt, sich besser auf unseren Seiten zurecht zu finden.

Umsetzung

Seit August 2002 sind die ersten zentralen Einrichtungen und Fakultäten im neuen Design online. Neben den zentralen Eingangsseiten gehören dazu:

  • Akademisches Auslandsamt
  • Rechenzentrum
  • Studentenkanzlei
  • Universitätsarchiv
  • Zentralverwaltung
  • Juristische Fakultät
  • Katholisch-Theologische Fakultät
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
  • Philologisch-Historische Fakultät
  • Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät.

Die Umsetzung bis auf die tieferliegenden Web-Seiten erfolgt Schritt für Schritt. Als nächste zentrale Einheit wird sich die Universitätsbibliothek dem neuen Design anschliessen.

www2 Die neu gestalteten Web-Seiten wurden bzw. werden auf zwei Arten implementiert: Zum Einen kommt die Server Side Include Technik des Apache-Web-Servers zum Einsatz, zum Anderen werden die Web-Seiten mit PHP realisiert. Die Idee und das Ergebnis beider Techniken entsprechen sich: Es gibt an einer Stelle Rahmendateien (auch unter dem Begriff Templates bekannt), die in alle Web-Seiten eingebunden werden. Dadurch erhält man das gewünschte einheitliche Layout. Den letzten Schliff erhalten die Web-Seiten durch Verwendung von Cascading Style Sheets (CSS). Damit erfüllen wir nicht nur die eingangs erwähnten Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung des Internets, CSS sind ein einfaches aber wirkungsvolles Mittel, Schriften, Farben, Links und einiges mehr festzulegen. Alle Web-Seiten, die das Style Sheet einbinden, haben damit automatisch schon ein grundlegendes Corporate Design.

Ausblick

Um auf die Frage in der Überschrift dieses Beitrages zurückzukommen: Alles in bester Ordnung? Ich würde sagen, dass wir noch nicht so weit sind. Der Universität liegen die in diesem Artikel vorgestellten Konzepte in Form von Web-Richtlinien zur Verabschiedung vor. Erst wenn diese Richtlinien von allen Mitarbeitern der Universität anerkannt und umgesetzt werden, erst dann ist alles in bester Ordnung. Aber ich freue mich dennoch über die zahlreichen Einrichtungen und Fakultäten, die sich bereits freiwillig an die Web-Richtlinien halten. Es zeigt den Bedarf nach richtungsgebenden Leitlinien, und auch den Willen, sich mit der Universität zu identifizieren. Die Universität Augsburg ist auf einem guten Weg, einen campusweiten Web-Auftritt zu verwirklichen.

Die nächste Aufgabe des Arbeitskreises besteht darin, einen Interessensgruppen-orientierten Web-Auftritt zu konzeptionieren. Schüler, angehende Studierende, Studierende, Wissenschaftler sowie Besucher sollen ein eigenes Eingangsportal zur Universität erhalten.


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