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Grundlegendes zum Projekt CMS an der Universität Augsburg


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Dr. Annja Huber

Seit August 2003 hat sich in Sachen Content Management wieder einiges getan: Das Leitungsgremium und das Concilium Dekanale haben den Kauf eines CMS befürwortet, die Hard- und Software ist bereits installiert und eine Referenzimplementierung für die Juristische Fakultät steht kurz vor der Fertigstellung. Die Aufnahme des Produktivbetriebs steht also unmittelbar bevor. Der vorliegende Artikel gibt Ihnen einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge.

Wie bereits berichtet, wurden vom "Web-Arbeitskreis" der Universität Augsburg die Möglichkeiten für den Einsatz eines Content Management Systems evaluiert. Ausgehend vom erstellten Anforderungsprofil wurden die verfügbaren Systeme auf ihre Fähigkeiten untersucht. Mit welchen Systemen lassen sich die von uns gestellten Aufgaben am besten lösen und wie lassen sich diese Systeme in die vorhandene IT-Infrastruktur integrieren? Von ursprünglich zwölf Kandidaten kamen drei Systeme in die engere Auswahl: zwei Open Source Systeme und ein kommerzielles Produkt. Alle Systeme wurden vor Ort von ihren Herstellern vorgestellt. Nach den Präsentationen entschied sich der Arbeitskreis mit großer Mehrheit für das kommerzielle System "NPS" der Berliner Firma Infopark. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war:

1. NPS besitzt gegenüber der Konkurrenz einen deutlich größeren Funktionsumfang und erfüllte somit am besten das Anforderungsprofil.

2. NPS lässt sich mit überschaubarem Aufwand in unsere bestehende IT-Infrastruktur einbinden. Insbesondere die Anbindung an die campusweite Benutzerverwaltung und die Sicherung der eingespeisten Daten lässt sich mit NPS am einfachsten realisieren.

Weiter geht's

Unsere CMS-Installation besteht aus zwei Komponenten: einem Redaktions-Server und einem Datenbank-Server. Wir setzen NPS in Kombination mit dem Datenbanksystem "DB2" der Firma IBM ein. Die DB2-Datenbanken werden direkt über den vom Rechenzentrum betriebenen TSM-Server gesichert. Für Redaktions- und Datenbank-System stehen je ein Server vom Typ IBM xSeries 345 (Dual Intel Xeon Prozessor mit 2,8 GHz, 1,5 GB Hauptspeicher und 6 x 36 GB Festplatten) zur Verfügung. Das Betriebssystem auf beiden Servern ist Debian Linux 3.0.

Formular
Abb. 1: NPS-Formular aus Sicht des Redakteurs.

Das Betriebssystem, die Datenbank und das Content Management System ließen sich erwartungsgemäß ohne Schwierigkeiten installieren. Eine dreitägige Schulung half, das System von innen kennen zu lernen und den Einstieg in die Bedienung von NPS zu finden. Beim Entwurf der Referenzimplementierung für die Juristische Fakultät konnten wir darüber hinaus auf das Know-How eines Infopark-Consultants zurückgreifen. Während eines einwöchigen Workshops wurden

  • bereits bestehende sowie zukünftige Inhalte untersucht und klassifiziert,
  • die inhaltlichen und die damit zusammenhängenden organisatorischen Strukturen herausgearbeitet,
  • Objektklassen und Objektattribute definiert,
  • Layout- und Naviagtionstemplates implementiert,
  • die Anbindung an unsere Benutzerdatenbank vorbereitet und
  • Importfunktionen für bereits bestehende Web-Seiten implementiert.

Aufbauend auf den Ergebnissen wurde die Referenzimplemtierung für die Juristische Fakultät in Eigenregie weiter entwickelt. Selbstverständlich wurde beim Entwurf der Referenzimplemtierung darauf geachtet, dass dieser Prototyp nicht nur den Ansprüchen einer einzigen Fakultät bzw. deren Lehrstühlen gerecht wird. Vielmehr soll der Prototyp eine solide Grundlage für den Einstieg weiterer Bereiche bilden. Nach einer erfolgreichen Pilotphase und hoffentlich nur noch einzelnen Anpassungen, wird das System dann allen Interessenten offen stehen. Aber welche Gründe sprechen denn nun dafür, auf den CMS-Zug aufzuspringen und den Aufwand für eine Umstellung Ihrer Webseiten auf sich zu nehmen?

Vier gute Gründe

Grundsätzlich sollen Content Management Systeme dabei helfen, Informationen möglichst einfach zu verwalten und für den Endnutzer aufzubereiten. Selbstverständlich ist die Pflege eines umfassenden Informationsangebots auch mit einem CMS kein Selbstläufer und auch Aktualität entsteht eben nur durch fortlaufende Aktualisierung des Informationsangebots. Ein CMS unterstützt Sie aber bei dieser Aufgabe:

1. Einfache Bedienung

Durch die einfache, formulargestützte Eingabe von Informationen können Sie sich ganz auf den Inhalt konzentrieren. Das "Drumherum" wird vom CMS erledigt. HTML-Experten haben aber nach wie vor die Möglichkeit, ihre Web-Seiten mit dem Lieblings-HTML-Editor selbst zu erstellen.

Natürlich bedarf auch die formularbasierte Eingabe einer gewissen Einarbeitungszeit. Erste Anwendertests haben aber bereits gezeigt, dass das System schnell zu verstehen ist, und dass die Erfolgserlebnisse durchaus dazu motivieren, mehr Zeit in die Betreuung des Web-Angebots zu investieren. Um den Umgang mit NPS zu lernen, erhalten die Anwender in kleinen Gruppen Schulungen, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.

2. Durchgängiges Design

Sozusagen "im Lieferumfang enthalten" sind Templates für einen kompletten Web-Auftritt. Templates sind mit "Formatvorlagen" vergleichbar und bestimmen Funktion und Aussehen eines Web-Angebots. So wird aus den Daten aus Abb. 1 beispielsweise ohne weiteres Zutun die Web-Seite in Abb. 2, inklusive aller Navigationselemente. Dies bedeutet auch hier wieder, dass Sie sich ganz und gar auf den Inhalt Ihrer Seiten konzentrieren können, um die optisch ansprechende Aufbereitung kümmert sich das CMS bzw. der mitgelieferte Satz von Templates.

Wem die bereitgestellten Templates nicht gefallen, der kann sich via CMS natürlich eigene Formatvorlagen definieren. Dazu ist allerdings das Erlernen einer eigenen Template-Sprache notwendig.

3. Automatische Funktionsvielfalt

Bei der Dateneingabe werden alle Informationen vom Content Management System systematisch erfasst und bestimmten Kategorien zugeordnet. Nachdem die Informationen nun in strukturierter Form vorliegen, können vom CMS ohne größeren Aufwand Menüs, Navigationsleisten, Inhaltsverzeichnisse, Site-Maps und vieles mehr erzeugt werden.

Auch die Mikronavigation (Pfeil 1) und die Menüführung (Pfeil 2) aus Abb. 2 wurden aus den Eingaben von Abb. 1 automatisch erzeugt. Sie merken es bereits: Schon wieder können,

sollen oder dürfen Sie sich nur auf den Inhalt kümmern, den Rest erledigt das CMS.

4. Rundum sorglos

Klar, dass Sie die mühsam erfassten Daten nicht einfach von heute auf morgen, z.B. durch einen Hardwaredefekt, verlieren wollen. Selbstverständlich sind die CMS-Server mit Hot-Plug- und RAID-Technik redundant ausgelegt. Trotzdem kümmert sich das Rechenzentrum natürlich um die vollautomatische tägliche Sicherung der im Content Management System gespeicherten Daten.

Fazit

Der Aufwand, ein CMS einzuführen, ist am Anfang relativ hoch. Ein erheblicher Zeitanteil fließt in die Strukturierung des Informationsangebots. Es gilt, die inhaltlichen und die damit zusammenhängenden organisatiorischen Strukturen abzubilden und aufzubereiten. Die Programmierung der Templates ist ebenfalls zeitintensiv, zumal man sich - wenn auch ohne Probleme - in die Template-Sprache einarbeiten muss.Änderungen am Design oder an der Navigation lassen sich danach einfach vornehmen, da in der Regel nur einzelne Dateien - die Templates - angepasst werden müssen.

Webseite
Abb. 2: Das Ergebnis mit 1. Mikronavigation; 2. Untermenüpunkten. Beides dient der besseren Navigation durch das gesamte Web-Angebot.

Laut Zeitplan wollen wir noch im Februar 2004 mit der Portierung des Web-Auftritts der Juristischen Fakultät beginnen. Die Schulungen für die zukünftigen Redakteure finden in kleinen Gruppen statt. Anschließend sollten die Teilnehmer in der Lage sein, eigenständig die bisherigen Web-Inhalte in das CMS zu übertragen. Voraussichtlich zum Sommersemester 2004 wollen wir dann endgültig mit dem Produktivbetrieb starten.